Als Permanent-Make-up-Artist weißt du: Kein Tag im Studio ist wie der andere. Von emotionalen Kund/innen über Herausforderungen bei professionellen Grenzen bis hin zur kontinuierlichen Weiterbildung rund um die Frage, welche Pigmente für welche Haut die besten Ergebnisse liefern – reale PMU-Dilemmata können selbst erfahrene Artists überraschen.

Letztes Jahr haben wir eine PMU SOS Hotline mit Gabrielle Rock, Max Deseta, und Natalia Howells veranstaltet. Artists konnten echte Fragen einreichen und erhielten ehrliche, praxisnahe PMU-Tipps, um solche Situationen souverän zu meistern.

Unten haben wir die häufigsten Herausforderungen und die geteilten Expertentipps für dich zusammengefasst.

Meine KundIn hat während einer Lip-Blush-Behandlung geweint



Emotionale Reaktionen während PMU-Behandlungen sind häufiger, als viele Artists denken. Schmerzempfinden, Nervosität, persönliche Erfahrungen oder auch Hormone können dabei eine Rolle spielen. Der wichtigste Ansatz ist eine offene Kommunikation während der Behandlung, damit du regelmäßig checken kannst, wie es deiner KundIn geht. Weitere Tipps:

  • Sprich bereits vor Behandlungsbeginn mit deiner KundIn darüber, wie sie sich fühlt, und lass dies den Ablauf der Behandlung mitbestimmen.
  • Kommuniziere jeden Schritt klar, damit deine KundIn weiß, was als Nächstes passiert und sich besser vorbereiten kann.
  • Biete Pausen an, damit sich deine KundIn ruhig und in Kontrolle fühlt.
  • Teste verschiedene Nadelmodule und Maschineneinstellungen, um herauszufinden, was für deine KundIn am besten funktioniert. PMU ist kein One-Size-Fits-All.
  • Wenn es kein wiederkehrendes Problem ist und deine Technik sicher ist, mach dir keinen Stress – oft handelt es sich um eine einmalige Reaktion einer einzelnen KundIn.

Die vollständige Einschätzung zu dieser Herausforderung #1 findest du hier.

Eine KundIn hat einen Termin gebucht und angefangen zu flirten

Professionelle Grenzen sind im PMU-Bereich essenziell. Weder Artist noch KundIn sollten sich während einer Behandlung unwohl oder unsicher fühlen.



Weitere wichtige Hinweise:

  • Sei dir bewusst, dass Flirten auch eine Strategie sein kann, um einen Rabatt zu erhalten.
  • Achte bei neuen KundInnen darauf, dass du dich sicher und wohl fühlst – deine Sicherheit steht immer an erster Stelle.
  • Es kann sinnvoll sein, klare Studio-Richtlinien einzuführen, um dich zu schützen.

Es ist nicht immer einfach, Freundlichkeit von Flirten zu unterscheiden. Vertraue deinem Bauchgefühl – wenn sich etwas nicht richtig anfühlt, ist es völlig in Ordnung, höflich zu erklären, dass du für diese Behandlung nicht die richtige Wahl bist.

Die vollständige Einschätzung zu dieser Herausforderung #2 findest du hier:

Wie entscheide ich mich zwischen organischen und anorganischen Pigmenten?

Die Wahl des richtigen Pigments kann überwältigend sein – besonders bei der großen Auswahl auf dem Markt. Organische, anorganische und hybride Pigmente haben alle ihre Berechtigung. Welche Option die richtige ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab, z. B. von deinem Erfahrungslevel, dem Hauttyp und Hautton deiner KundIn sowie ihren persönlichen Präferenzen. Für Anfänger-Artists gilt: Konzentriere dich zunächst eher auf anorganische Pigmente.



Diese Expertentipps von Gabrielle, Max und Natalia helfen dir bei der Entscheidung:

  • Die Auswahl beginnt meist mit einem Gespräch mit deiner KundIn. Biete organische, anorganische und hybride Pigmente an, erkläre die Unterschiede und ermögliche eine informierte Entscheidung.
  • Lass dich nicht von der Informationsflut im Internet überfordern. Die beste Orientierung sind deine eigenen Erfahrungen mit abgeheilten Ergebnissen.
  • Wenn du noch am Anfang stehst, tausche dich mit erfahrenen Artists aus und hol dir ihre professionelle Einschätzung. PMU-Weiterbildung lebt vom gegenseitigen Lernen und Unterstützen.

Die vollständige Einschätzung zu dieser Herausforderung #3 findest du hier:

Ein/e SchülerIn hat meine Masterclass kopiert

Wissen weiterzugeben ist ein zentraler Bestandteil der PMU-Branche – umso enttäuschender ist es, wenn dieses Vertrauen missbraucht wird. Wenn du vermutest, dass ein/e SchülerIn Inhalte deiner Masterclass oder deines Kurses kopiert hat, ist es wichtig, dein Werk zu schützen und gleichzeitig professionell zu reagieren.



Diese PMU-Tipps können dir dabei helfen:

  • Bevor du handelst, sei realistisch in deiner Einschätzung. Wurde wirklich dein individueller Ansatz kopiert oder handelt es sich um Techniken, die branchenweit verbreitet sind?
  • Wenn du aktiv wirst, ist Kommunikation entscheidend. Beginne mit einem ruhigen Gespräch, in dem du deine Bedenken äußerst und einen respektvollen Austausch ermöglichst.
  • Um zukünftige Fälle zu vermeiden, stelle sicher, dass deine Kurse urheberrechtlich geschützt sind und dein Content nicht ohne Zustimmung weiterverwendet wird.

Du hast jedes Recht, dich zu äußern, wenn jemand von deinem Wissen profitiert. Es ist absolut in Ordnung, andere zur Verantwortung zu ziehen – schließlich ist das dein Lebensunterhalt. Achte jedoch darauf, dass dich die Situation nicht auslaugt, und vertraue darauf, dass deine Authentizität und Qualität dich langfristig abheben werden.

Die vollständige Einschätzung zu dieser Herausforderung #4 findest du hier:

Abschließende PMU-Tipps für herausfordernde Situationen

Jede/r PMU-Artist erlebt schwierige Momente im Studioalltag. Entscheidend ist, wie du damit umgehst. Mit Professionalität, Fachwissen und klaren Grenzen kannst du Herausforderungen in wertvolle Lernerfahrungen verwandeln.

Für mehr praxisnahe PMU-Tipps, Weiterbildung und Artist-Support folge der Killer Beauty Community auf Instagram!